Erinnerungen an einen guten Freund, "Ein Leben auf Pump"
(Zweites Leben mit Kunstherz)

Hiermit möchte ich an einen guten Freund erinnern, der leider nicht mehr unter uns weilt und mit dem ich bei seinem Heimgang mein bis jetzt traurigstes Erlebnis erlebte.

Gerade heute wurde ich durch meinen Lieblingssender NDR 1 und dem Titel "I Have A Dream"  wieder sehr stark an Andy erinnert.  (Titel übersetzt: Ich habe einen Traum)



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Rechts auf dem Bild ist Andy mit seiner lebenswichtigen Umhängetasche zu sehen, ohne diese war sein "Leben auf Pump" überhaupt nicht möglich. Tag und Nacht benötigte Andy die Umhängetasche mit den Akkus!

Eine Entzündung des Herzmuskels hatte Andys Herz ruiniert, wohl durch eine verschleppte Erkältung;. Das Herz schaffte am Ende nur noch zehn Prozent der Normleistung. Vor dem Tod rettete ihn ein Linksherzunterstützungssystem. Stetig pumpt es Blut, daher hat Andy keinen Puls mehr. Alle acht Stunden muss er die Akkus in der Umhängetasche wechseln. Andy bekam im Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) die Herzpumpe eingesetzt, wo er regelmäßig mit dem Taxi von Salzgitter nach Berlin zur Kontrolle fuhr. Bericht in der Berliner Morgenpost lesen

Andreas Bidiak
(Andreas Bidiak)

 

Nach der Operation wurde Andy von vielen Magazinen und Zeitungen interviewt, dazu ein Ausschnitt:

Reporter >  Wie kommen Ihre Umwelt, Freunde und Familie, mit der Situation zurecht?

Andy >  Hier in Salzgitter bin ich schon bekannt. Mein Hausarzt, die Umgebung, sogar die Feuerwehr wissen genau Bescheid. Ich bin einer von denen, die nicht so zu behandeln sind wie die anderen. Ich habe denen genau gesagt, wie zu verfahren ist, die wissen, was zu tun ist, wenn irgendwas mit mir los ist. Es gibt einen Arztbrief, den mittlerweile wohl jeder kennt, da ich ihn bei Interviews immer wieder zeige. Wenn Ihr mich dann irgendwo rauszieht, sage ich denen immer wieder, denkt bitte an die Tasche (mit der Energieversorgung), die muss mit.
Meine Familie und Freunde unterstützen mich sehr. Ich lebe bei meiner Mutter und führe ansonsten ein ganz normales Leben.

Früher gab es nur ein Thema für mich, meinen schlechten Gesundheitszustand, heute denke ich über alles andere nach.

Reporter >  Ihr Wunsch für die Zukunft?

Andy >  Das alles so weiter läuft wie bisher.




Andy und ich trafen uns meistens vormittags zu einer Tasse Kaffee in unserem Stammlokal in Salzgitter Lebenstedt. Wenn er mit dem blauen Fiesta seiner Mutter vorgefahren kam, wusste ich immer, jetzt gibt es wieder viele interessante Gespräche über Elektronik, wo Andy ein Fachmann war und ich seine Erfahrung gut für meine Modellbahn umsetzen konnte. Wir sprachen auch über seine Krankeit und ein anderes, fremdes Herz für Ihn. Auf jeden Fall war Andy der Meinung, daß ein anderes Herz notwendig war, doch werde ich nie seine Äusserung vergessen: "Wenn ich mein eigenes Herz verliere, bin ich nicht mehr ich!"

An einem Tag..... von vielen Tagen im Jahr, kam ich wieder gut gelaunt in das Stammlokal, wo gerade Astrid bediente. Gleich die ersten Worte von Ihr waren "Hast Du schon gehört, Andy ist ........., willst Du mit zur Beerdigung?". Na klar wollte ich mit und habe dabei an einen kleinen Kreis von Familienangehörigen und Freunden gedacht. Jedoch hat er als guter Mensch das verdient, was Ihm zusteht, der ganze Friedhof in Salzgitter Lebenstedt war eine Menschenmasse. Astrid und ich haben gerade noch in der hintersten Ecke der Kapelle Platz gefunden, viele Freunde mussten vor der Kapelle von Andy Abschied nehmen. 

In der Kapelle kamen herzzerreißende Szenen, die auch einen gestandenen Kerl wie mich in Tränen versinken ließen.

Andy hatte sich noch zu Lebzeiten zwei Musiktitel zu seinem Heimgang gewünscht, falls Ihn doch sein treues Herz im Stich lassen würde, diese Titel werde ich nie vergessen.

Aus einer auf der Brüstung stehenden Musikanlage erklang für die am Sarg sitzende Mutter das von Andy gewünschte Lied: "Mama, du sollst doch nicht um deinen Jungen weinen".



(Video etwas längere Ladezeit)

Darauf folgte von Abba "I Have A Dream / Ich habe einen Traum" und wünsche mir, dieses Lied nie in der Öffentlichkeit hören zu müssen, denn keiner würde die kleine Träne in meinen Augen verstehen.

Eindrucksvoller hätte sich ein Freund nicht verabschieden können, mach es gut Andy, wir denken an Dich! 

Andy ist im Januar 2005 gestorben!